2. Bundesliga Grimma

Am vergangenen Sonntag stand der letzte Wettkampf der Saison in der 2. Bundesliga auf dem Programm. Da wir über die gesamte Saison in der Liga gute Ergebnisse eingefahren hatten, konnten wir dem letzten Wettkampf entspannt gegenüber treten.

Lauf 2   Rad Prolog

Das Rennen wurde in einen morgendlichen Prolog um 9 Uhr und das Jagdrennen um 13 Uhr unterteilt. Morgens wurden 12km Rad gefahren und 3,75km gelaufen. Das Rennen durfte ich eröffnen und hatte so freie Bahn. Das ist Fluch und Segen zugleich, denn einerseits hat man niemanden vor sich den man versuchen könnte einzuholen, andererseits konzentriert man sich möglicherweise mehr auf sich selbst anstatt auf andere Athleten zu schielen. Alles lief einigermaßen zufriedenstellend, sodass ich im Gesamteinlauf des Prologs, etwas geschwächt von der Krankheit der vergangenen Wochen die mich unter anderem an einem Start beim Indeland Triathlon hinderte, mit einem sechsten Platz belohnt.

Fuji in der ersten Reihe

Ich startete somit am Mittag an der sechsten Position mit zwanzig Sekunden Rückstand auf Platz 1. Da die Erstplatzierten als eher etwas schwächere Schwimmer bekannt waren, hatte ich gehofft, die Lücke in der ersten Disziplin schließen zu können. Das schaffte ich auch, allerdings leistete ich mir in der ersten Wechselzone einige Fehler, die zu entscheidendem Zeitverlust führten.

Das Ergebnis war, dass ich mich auf dem Rad „nur“ in der zweiten Radgruppe wieder fand und die achtköpfige Spitzengruppe ihren 25 sekündigen Vorsprung engagiert verteidigte. Obwohl wir in der zweiten Radgruppe hart arbeiteten, konnten wir den Rückstand nur um wenige Sekunden verringern. Beim Wechsel auf die 5km Laufdistanz wusste ich, dass es schwer werden würde weiter nach vorne zu kommen, abgesehen davon, dass in meiner Radgruppe ebenfalls einige gute Läufer vertreten waren.

Lauf

Hier konnte ich mich glücklicherweise sehr gut behaupten und mit einer 16:17 Minuten noch auf den fünften Gesamtplatz vorlaufen. Das bedeutete nicht nur, dass ich wieder eine Top 5 Platzierung in der zweiten Bundesliga erreicht habe, sondern vor allem auch, dass wir als Team erneut den Sieg in der Gesamtwertung geschafft haben: Tim Lange erreichte wieder mit dem zweiten Platz eine Topplatzierung, Felix Weiß wurde Vierter, Simon Weiß beendete das Rennen auf dem 12. Platz und Andre Bauschmann kämpfte sich nach einer schlechteren Ausgangsposition noch auf Rang 19 vor. Alles in allem also ein erfolgreiches Rennwochenende. Wir sind erneut Meister in der 2. Bundesliga!

Team

Ein kleiner Ausblick für die nächsten Wochen:
Ich werde voraussichtlich beim Carglass Triathlon in Köln auf der Mitteldistanz am Start stehen und mich in den kommenden Wochen intensiv auf dieses Rennen vorbereiten.

Danke an Sabine Jung für die Fotos und den gesamten Betreuerstab des EJOT Team TV Buschhütten für die tolle Organisation rund um die Wettkämpfe!

Siegerehrung

Rennbericht zum Ironman Schweden

Der Ironman Schweden 2014 ist Geschichte.
Ich konnte mit einem 6. Gesamtplatz zeigen, dass ich ein solides Rennen unter anspruchsvollen Bedingungen abliefern kann. Leider konnte ich mein Ziel, die Top-5 oder eine Zeit unter 8:20 h nicht bestätigen, auch wenn der 4. und 5. Platz in Reichweite waren.
Das Schwimmen lief wie geplant, die erste Boje konnte ich in Führung erreichen, mich anschließend in der Führungsgruppe festsetzen und die gesamte Schwimmdistanz so zurücklegen. In der ersten Wechselzone lief auch alles wie geplant und ich stieg mit der Führungsgruppe aufs Rad. Hier konnte ich nicht zu 100 % meine Leistung abrufen, sondern hatte teilweise große Probleme meinen Rythmus zu finden. Egal dachte ich mir, denn nachdem zwischenzeitlich drei Athleten den Weg zur Spitze gesucht hatten saß ich in der Verfolgergruppe und war auch nicht zu mehr in der Lage als mitzufahren. Ich wollte, anders als bei meinen Rennen aus der Vergangenheit, richtig fit auf die Laufstrecke gehen. Deshalb musste ich mich mit dieser Position auf dem Rad zufrieden geben. Mein Zeitziel rückte mit der unruhigen Radgruppe in weite Ferne, sodass ich mich auf die Platzierung konzentrierte. Kaum in die Laufschuhe gewechselt suchte ich den Weg nach vorne und fand mit Viktor Zyemtsev einen schnellen Kollegen. Die ersten Kilometer liefen, nachträglich betrachtet, etwas zu gut. Die ersten 5 km in 17:31 min und regelmäßig Zeiten von 3:45-3:50 min bis 18 km waren klasse. Ich fühlte mich stabil und nicht so, als ob gleich der große Knall kommen würde. Selbst darauf war ich vorbereitete und wusste, dass selbst bei einem kleinen Leistungseinbruch und 4:15er Kilometern trotzdem eine Zeit von unter 2:50 h drin ist. Der Einbruch kam leider etwas stärker als erwartet. 😀
Meine Oberschenkel fühlten sich von einem auf den anderen Kilometer so schwer an, dass ich keine Ahnung hatte wie die zweite Marathonhälfte aussehen würde. Viktor lief mir leider in der Schwächephase weg und übrigens in beeindruckenderweise noch auf Platz 2 mit einem 2:44 h er Marathon vor. Ich musste mich zu dem Zeitpunkt erstmal mit der neuen Situation arrangieren. Nach vorne orienterte ich mich jedenfalls nicht mehr, auch wenn die Mitstreiter, außer Viktor, zu dem Zeitpunkt ähnliche Probleme hatten. Patrik Nilsson lief zum Beispiel lange auf dem dritten Platz, bis er sich bei 32 km für ein kleines Schläfchen im Straßengraben entschied und am Ende erst auf Platz 53 einlief. Natürlich macht man über die Distanz sein ganz eigenes Rennen, aber man zieht natürlich auch Selbstbewusstsein aus der Schwäche der anderen. Wenn in meiner Schwächephase die ca. von 20-32 km andauerte fünf Konkurrenten an mir vorbei gezogen wären, hätte ich wahrscheinlich noch mehr Probleme bekommen. So stabilisierte sich mein Zustand wieder, was für mein Training im Vorfeld spricht. Ich konnte mich mit viel Cola wieder einigermaßen fangen und am Ende auch wieder 4:20er Kilometer laufen, was sich allerdings eher wie ein 3:20er Tempo anfühlte. 😉

Kurzum: 6. Platz ist zwar knapp an meiner Zielsetzung vorbei, aber ich bin trotzdem zufrieden mit dem Rennen. Grund: Im Vorfeld kann man viel spekulieren und reden, ich neige dazu die Herausforderung immer etwas zu unterschätzen. Ich habe das Beste aus meiner Tagesform gemacht.
Ergebnisse:
http://www.ironman.com/triathlon/events/emea/ironman/kalmar/results.aspx#axzz3AuVvZxEw

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Vorbericht Ironman Kalmar

Hey Leute,

das ist meine letzte Meldung vor dem Ironman Kalmar morgen.

Heute morgen ein lockeres Schwimmen auf der Wettkampfstrecke und danach stand noch Rad fahren und Laufen auf dem Plan. Ich kenne, nachdem wir (Benja + Ich) gestern ein bisschen mit dem Auto rumgefahren sind, einen großen Teil der Wettkampfstrecken und habe alle nötigen Informationen über Wetterverhältnisse gesammelt. Das Rad habe ich ebenfalls eingecheckt und jetzt gilt es nur noch bis morgen früh um 6:55 Uhr zu warten bis der Startschuss fällt. Unsere Wohnung ist nur wenige hundert Meter vom Veranstaltungsgelände entfernt, also können wir entspannt um 5:00 Uhr zur Wechselzone und Schwimmstart gehen.
Was für euch noch interessant ist, es gibt einen Livestream unter:
http://www.ironman.com/triathlon/events/emea/ironman/kalmar.aspx#axzz3ALsQ0Nlf

Klickt einfach auf der Leiste den Button „Results“ an und dann auf „Live Coverage“. Dort gibt es dann unterschiedliche Möglichkeiten Informationen zu bekommen. Meine Startnummer ist die „7“.
Falls ihr Facebook habt, wird Benja in regelmäßigen Abständen über meinen Account den Zwischenstand posten.

So, drückt mir bitte die Daumen. Ich bin gut vorbereitet und es kann los gehen.
Bis bald,
Simon

 

 

 

Münster, Grimma und was als nächstes passiert!

Hey Freunde!

Die letzten Wochen waren sportlich betrachtet genial für mich. Ich hätte nicht erwartet, dass ich bei den kurzen 2. Bundesliga Wettkämpfen mit den Jungs ganz vorne mithalten kann. Vor jedem Rennen hatte ich Prognosen von Top-8 Platzierungen abgegeben. Ich weiß schließlich auch um die Stärke der anderen. Dabei habe ich mich selbst wohl glücklicherweise etwas unterschätzt. :)
Die Wettkämpfe in Münster und auch dieses Wochenende in Grimma liefen für mich sehr gut. In Münster konnte ich mich beim Sprintformat in der Radgruppe behaupten (eine Flucht war unmöglich hinsichtlich des Streckenprofils und der Hektik in der Gruppe) und auf den abschließenden 5 km einen Großteil der Konkurrenz hinter mir lassen, sodass ich auf dem 4. Gesamtplatz einlief. Wenn man mit einer 30 Athleten starken Radgruppe in die Wechselzone kommt darf man damit zufrieden sein.
In Grimma am vergangenen Wochenende waren zwei Rennen zu absolvieren. Samstags Abends ein kurzer Radprolog (12 km) mit anschließendem 3,75 km Lauf. Am Sonntag dann ein Sprintrennen als Jagdstart, dh. in den Abständen des Rennens vom Samstag. Den ersten Renntag konnte ich für mich entscheiden und auf die anderen Favoriten 10-30 Sekunden rausholen. Das gab mir für Sonntag viel Selbstvertrauen. Auch wenn mir bewusst war, dass ich vermutlich nicht mit einer Solofahrt durchkommen würde, war es ein schönes Gefühl zu wissen, dass man ein kleines Polster hat und sich keiner Schlägerei im Wasser aussetzen muss. Auf dem Rad formierte sich dann eine Gruppe und für mich war es nicht ganz so einfach zu kapieren, dass jetzt das komplette Rennen mit einer 20 Mann Gruppe von neu beginnt. Das Rennen vom Vortag war im Grunde zu diesem Zeitpunkt vollkommen unbedeutend. Wir wechselten gemeinsam in die Laufschuhe und der abschließende harte und heiße 5km Lauf durch die Innenstadt Grimmas endete für mich auf dem zweiten Platz. Gegen meinen Teamkollegen Tim Lange konnte ich mich leider nicht durchsetzen, aber alle anderen Konkurrenten mussten sich noch früher seiner Tempovorgabe beugen. Mit diesem Ergebnis bin ich sehr zufrieden und zudem konnten wir mit dem Team an diesem Tag den zweiten Platz und in der Gesamtwertung den Saisonsieg in der 2. Bundesliga feiern.

An dieser Stelle einen großen Dank an alle Athleten im Team und die Teamführung, es hat mir richtig viel Spaß gemacht mit euch! (Aus dem Grund bin ich auch in Grimma gestartet obwohl das eigentlich nicht vorgesehen war) Ist eine tolle Truppe!

Als nächstes wartet auf mich der Ironman Schweden am 16.8.2014.
Bis dahin gibt es noch einige spezifische Einheiten in den kommenden 2-3 Wochen zu absolvieren. Drückt mir die Daumen, dass ich das verletzungsfrei hinbekomme und dann habe ich für meine zweite Langdistanz ein richtig gutes Gefühl. An eine Zeit und Zielvorgabe wage ich mich erst, wenn ich Strecke und Form richtig einschätzen kann, dh. ca. eine Woche vor dem Start!

Bis bald!

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Rennberichte zu Indeland + 2.Buli Eutin!

Hey Leute!

Über meinen Facebook-Account habe ich letzte Woche schon eine Bemerkung zum Wettkampf im Indeland gemacht:
„Kurznachricht Indeland-Triathlon: Den möglichen Sieg habe ich selbst verschenkt, indem ich bei Kilometer 86 auf dem Rad mit etwa einer Minute in Führung liegend eine falsche Abbiegung genommen habe und auf die nächste Runde anstatt zur zweiten Wechselzone gefahren bin. Dadurch sechs Minuten und 4 km mehr … Trotz des Fehlers noch auf den vierten Platz vorgelaufen! Ich bin zufrieden, weil ich alles gegeben habe und Moral bewiesen habe!
Schönen Sonntag euch allen!“ Mehr möchte ich zu diesem Wettkampf auch nicht schreiben.

Dafür bestand am letzten Sonntag die Chance auf Wiedergutmachung beim 2.Bundesliga Wettkampf in Eutin auf der olympischen Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Rad fahren, 10 km Laufen). Am Samstag musste ich vormittags arbeiten und bin im Anschluss mit einer Teamkollegin nach Eutin gefahren. Dort kamen wir dann pünktlich zum Abendessen an. Nachdem beim Deutschlandspiel in der ersten Viertelstunde garnichts passierte beschloss ich die freien Straßen zu nutze und fuhr mit dem Rad noch eine kleine Vorbelastung. Nach getaner Arbeit und dem hart erkämpften 2:2 der deutschen Fußballtruppe haute ich mich ins Bett, denn am So klingelte um 6:00Uhr der Wecker. Den restlichen Vorwettkampfkram erspare ich euch an dieser Stelle und wir springen zum eigentlichen Rennen! Das Schwimmen verlief bis auf ein paar harmlose Tritte und Schläge relativ normal. Auf dem Rad konnte ich schnell den Anschluss an die ersten Flüchtigen herstellen und fühlte mich nach dem Radtraining in letzter Zeit auch ziemlich gut. Als sich dann die Gelegenheit für mich bot auf den letzten Kilometern abzuhauen habe ich sie dann auch sofort genutzt. (Danke Tim!)
Mit etwa 15 Sekunden Vorsprung konnte ich gemeinsam mit einem Hildesheimer Athleten in die zweite Wechselzone einbiegen und die ersten knapp drei Kilometer in Führung verbringen. Dann kam der Spielverderber Tim aus der eigenen Mannschaft an mir vorbei und hatte leider, wie schon des öfteren, die schnelleren Laufbeine. Als ein weiterer Athlet an mir vorbei lief hatte ich schon kurzzeitig Bedenken, ob jetzt gleich noch fünf weitere Konkurrenten vorbei kommen. Umgedreht habe ich mich dann lieber doch nicht! 😉

Teamkollege Simon Weiss lief bei 8 km plötzlich neben mir, meldete sich allerdings bei 9 km wieder (nach hinten) ab. Das beflügelte mich dermaßen, dass nochmal ein schneller letzter Kilometer drin war! Ich merke das bei den kurzen Wettkämpfen in diesem Jahr besonders, dass ich einen längeren Atem im Vergleich zu früher habe. Dafür bin ich allerdings auch nicht der sprintstärkste Teilnehmer bei den 2.Bundesliga Wettkämpfen, was den Start am kommenden Wochenende in Münster besonders interessant macht!
Der dritte Platz in Eutin bedeutete für mich meine beste 2. Bundesliga Platzierung, über die ich mich wirklich sehr freue! :)

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Sieg und anschließender Überlebenskampf beim Löwentriathlon in Hachenburg!

Am vergangenen Sonntag stand nach Buschhütten das zweite Heimrennen der Saison an: Der Löwentriathlon in Hachenburg (Westerwald). Hierzu ein paar Worte und auch ein paar Sätze zur daran anschließenden Odyssee. Meinen Start hatte ich relativ spontan beschlossen, weil ich mich nach dem Japan-Trip in einem kleinen Motivationstief befand und ich mir etwas Selbstbewusstsein zurückholen wollte. Da nur eine Sprintdistanz zu bewältigen war, wusste ich vorher, dass ich mir um taktische Spielchen keine Sorgen machen müsste und ich einfach die ganze Zeit Vollgas geben würde. Zudem hatte ich mir auch vorher keine Gedanken um Konkurrenten gemacht, ich wollte einfach nur Spaß haben und mit meiner Leistung zufrieden sein. Im Training hatte ich vorher auch nicht rausgenommen, was ich später im Rennen auch etwas gemerkt habe. Ich bin allerdings froh mich nicht dafür entschieden zu haben mit dem Fahrrad zum Wettkampf zu fahren, denn die Strecke hätte wahrscheinlich zu viele Höhenmeter geboten … ;)! So packte mein Teamkollege Bene mich und mein Fahrrad am Morgen des Wettkampfes ins Auto und wir fuhren gemeinsam zum Wiesensee. Bei der Startunterlagenausgabe habe ich etwas bereut mich vorher überhaupt nicht mit den Regularien vertraut gemacht zu haben. Beutel mit verschiedenfarbigen Bändchen zeugten von einer hervorragend durchgeplanten Veranstaltung, ließen mich allerdings erstmal etwas dumm aus der Wäsche gucken. Als ich mein Klamottenchaos auf die verschiendenen Beutel verteilt, einen kleinen Irrtum bemerkt und den Inhalt des „After-Race-Beutel“ doch noch mit dem „Wechselzone 2-Beutel“ getauscht hatte, konnte es zum Check-in gehen. Da hätte ich wahrscheinlich etwas dumm geschaut mit Duschzeug anstatt den Laufschuhen in der Hand. 😉 Eine Stunde später waren sämtliche Vorbereitungen erledigt, viele bekannte Gesichter begrüßt und der Startschuss am Wiesensee konnte fallen. Ich setzte mich direkt mit dem später Zweitplatzierten an die Spitze des Feldes. Gegen Ende des Schwimmens passierte leider ein Missgeschick: Ich trat beim Schwimmausstieg in einen spitzen Stein. Voll mit Adrenalin guckt man sich die Sache natürlich erst später genauer an und macht weiter. Ich wechselte also aufs Rad und machte Tempo. Schnell konnte ich mich von den Verfolgern absetzen und fuhr die 25km dem Führungsfahrzeug hinterher auf einer voll gesperrten Landstraße in Richtung Hachenburg. Mit meinen Wattzahlen war ich überhaupt nicht zufrieden, denn beim Strongman konnte ich die selbe Leistung über die ersten 2,5h fahren. Allerdings muss man vielleicht mit einberechnen, dass ich da das Ziel garnicht gesehen habe! 😉 Egal, ich hatte ordentlich Vorsprung rausgefahren sah auch bei längeren Anstiegen niemand hinter mir, dass sollte als Polster fürs Laufen reichen! Die dritte Disziplin durch den Hachenburger Park war dann für mich persönlich relativ unspektakulär, auch wenn mir die Strecke gut gefallen hat. Ich habe den Vorsprung gehalten und durfte als Sieger die Ziellinie überqueren. Ein tolles Gefühl!   Das weniger tolle Gefühl folgte jedoch sofort. Kaum im Ziel schaute ich nach meinem Fuß und das sah richtig sch… aus. Alles voller Blut und Dreck. Also wenn ich den Plan verfolgen würde mir eine Blutvergiftung zu holen, dann würde der sich in wenigen Punkten unterscheiden! :) Also ab ins Hachenburger Krankenhaus und dort traf ich einen tiefenentspannten Arzt in die Notaufnahme. Ich hatte den Eindruck, dass ich mich besser mit dem entsprechenden Wundversorgungsmaterial selbst behandelt hätte. Er wollte mir einfach ein Pflaster auf die Wunde kleben und meinte, dass nicht genäht werden müsse. Als ich fragte ob eine Reinigung nicht erforderlich sei zog er eine Spritze und pumpte (top motiviert…) den Inhalt in die Wunde. Sein Kommentar: „Der Rest blutet raus“. Obrigkeitshörig wie immer habe ich dann auch nicht weiter nachgefragt, sondern mir die Situation erstmal schön geredet. Nach Kaffee, Kuchen und Siegerehrung gings ab nach Hause. Da merkte ich dann ziemlich schnell, dass die Behandlung in Hachenburg möglicherweise nicht musterhaft verlaufen war. Der Fuß tat immer mehr weh und die Wunde schwoll etwas an. Nach ein paar jammernden Worten bei meinen WG-Nachbarn und Freunden wurde ich ins zweite Krankenhaus befördert. Das ist ein Service, oder? Dort angekommen warteten wir erstmal ein paar klischeehafte Stündchen. Auf meinem Aufnahmezettel war bei Dringlichkeit grün angekreuzt, was meinen Recherchen zufolge soviel heißt wie: „Kann man einen Nachmittag ohne Folgen sitzen lassen“, denn danach kommt nur noch die Dringlichkeitsstufe blau. Wie lange die dann warten dürfen will ich lieber nicht wissen, aber die Farbenmethode finde ich super! :) Egal, irgendwann kam ich dann auch dran und der wirklich sehr engagierte Arzt schüttelte den Kopf als ich von meiner Erstbehandlung erzählte. Anschließend machte er so ziemlich alles anders und damit auch besser als sein Vorgänger in Hachenburg. Er hörte mir aufmerksam zu, reinigte die Wunde ordentlich mit einer schmerzenden, aber wirkungsvollen Spritze und nähte sie anschließend mit drei Stichen. Zudem waren da noch zwei nette Krankenschwestern die geholfen haben! Kurz vor dem Nähen kollabierte ich noch kurz heldenhaft, was ich mir wohl jetzt die nächsten Wochen erstmal von meinen Freunden aufs Brot schmieren lassen kann. Für meinen Kreislauf war wohl wenig essen, Wettkampf und bedrohliche Betäubungsspritze zuviel. Auf die Frage des Arztes, als ich wieder bei Verstand war, nach dem weiteren Vorgehen, sagte ich allerdings ziemlich souverän: Jetzt bringen wir die Sache zu Ende! Aus Erfahrung weiß ich, zweimal hintereinander kollabieren ist verdammt selten, jedenfalls bei mir! :) Jetzt sitze ich hier und warte darauf, dass die Wunde wieder heilt. Morgen werde ich mich erstmal mit dem Rad auf die Rolle setzen und testen ob das ohne größere Probleme funktioniert. Mir wurde heute beim Hausarzt gesagt, Schmerz sei der limitierende Faktor bei dieser Art von Verletzung! 😉 Außerdem muss ich meinen Ruf als harter Hund in der WG wieder zurück erkämpfen, der hat glaube ich am Sonntag ziemlichen Schaden erlitten!
Bis bald!
P.S. Anbei ein paar Fotos und Ergebnisse gibts hier:
https://www.time2finish.net/files/2014_Hachenburg/Sprint_Einzel_MW.pdf

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Sieg in Buschhütten!

Am vergangenen Wochenende fand der erste Wettkampf der 2. Bundesliga Saison 2014 im heimischen Buschhütten statt. Das Rennen wurde im Teamsprintformat ausgetragen und es war deshalb besonders wichtig, dass unser Team ziemlich leistungsausgeglichen an der Startlinie stand. Wie immer begannen wir zu fünft und mussten mindestens zu viert die Ziellinie passieren. Unser Plan war, mindestens bis zum Ende der Radstrecke vollzählig zusammen zu bleiben, da sonst ein Defekt eines Teammitgliedes eine Disqualifikation der Mannschaft zur Folge gehabt hätte. Ich persönlich war etwas angeschlagen aufgrund einer Erkältung. Als mir unser Teamleiter sagte, dass er die Verantwortung übernehmen würde, falls ich frühzeitig aus dem Rennen ausscheiden müsste, war ich bereit an den Start zu gehen. Für mich war es jedenfalls eine komplette Wundertüte!

Wir stiegen als erstes Team gemeinsam aufs Rad und hatten auf der Schnellstraße wenig Freude, da uns Windböen und Hagelschauer begleiteten. Vielleicht auch nicht die schlaueste Art seine Erkältung zu bekämpfen:
Halbnackt bei Hagel mit dem Rennrad über die HTS (Hüttentalstraße) fahren!

Überraschenderweise fühlte ich mich relativ gut und konnte mich nun auch mit dem Gedanken anfreunden mit meinen schnellen Teamkollegen die abschließenden fünf Kilometer laufend zurückzulegen. Wir fuhren als erste Mannschaft gemeinsam durch die letzten Kurven auf der Radstrecke, die an dieser Stelle so schmal ist, dass zwei Fahrer maximal nebeneinanderpassen und kein Team mehr vorbei kommt. Das bedeutete, dass wir als erste Mannschaft in die Laufschuhe wechseln konnten und als erstes Team die T-2 verließen. Tim und ich feierten diesen Zustand auf dem Rad sitzend folgendermaßen: „Geil geil geil!“ Es lief alles nach Plan.

Der abschließende Lauf bot noch ein Duell mit den Jungs vom Kölner Triathlon Team 01, dass wir aber letztlich für uns entscheiden konnten. Im Nachhinein waren die gesparten Sekunden aus der T-2 also sehr viel wert! Gemeinsam mit Felix Weiss, Simon Weiss und Tim Lange überquerte ich die Ziellinie. Marco Mühlnikel hatte durch einen Patzer beim zweiten Wechsel etwas den Anschluss verloren, aber alle haben gemeinsam zur Teamleistung beigetragen. Ein gutes Gefühl mit Jungs an der Startlinie zu stehen, auf die man sich verlassen kann.
Selbstverständlich war ich im Ziel entsprechend erledigt, denn ohne Adrenalin fühlt sich so eine Erkältung noch etwas besch… an.

Als Sahnehäubchen des Tages wurde ich dann noch von der NADA zur Urinkontrolle gebeten. Ich erledigte die Pflicht mit beinahe kirschrotem Urin, dank des am Sonntagmorgen getrunkenen Rote Bete – Safts. Da hat der Kontrolleur ganz schön geschaut als ich ihm den Becher mit den erforderlichen 90ml vor die Nase gehalten hab! 😉  Leider existiert kein Bild dieses Moments, dafür aber ein paar andere, die ich hier beigefügt habe!
Bis bald!

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Bildrechte: Thorsten Wroben, Marco Mühlnikel und Eberhard Jung

Rennbericht zum Strongman in Japan!

Endlich finde ich etwas Zeit, um ein paar Sätze zum Strongman-All Japan Triathlon auf Miyakojima zu schreiben. Zu absolvieren waren 3 km Schwimmen, 155 km Rad fahren und 42,195 km Laufen. Das ganze fand bei tropischen Verhältnissen (28 Grad, 85% Luftfeuchtigkeit) statt. Meine Überlegungen im Vorfeld des Rennens waren, dass ich im Wasser und auf dem Rad Tempo machen müsste, damit ich die schnellen 2:47er Marathonläufer aus den vergangenen Jahren auf Distanz halten könnte.
Der Start fand morgens um 7:00Uhr statt. Es bildete sich schnell eine dreiköpfige Führungsgruppe. Dabei waren der Chinese Hiro Nishiuchi, mein ukrainischer Zimmerkollege Viktor Aloshyn und ich. Wir stiegen auch gemeinsam aus dem Wasser und hatten schon einige Minuten Vorsprung auf die mehr als 1700 Verfolger rausgeholt. Als wir die Räder aus der Wechselzone schoben, kam für mich in dieser Konstellation nur eine Möglichkeit in Frage: Mit Tempo den Vorsprung ausbauen!! Allerdings sollte es keine Harakiri-Tour werden. Ich fühlte mich stark und fuhr in der ersten Stunde einen Schnitt von 41.5km/h mit etwa 295Watt. In der zweiten und dritten Stunde pendelte sich mein Tempo auf dem welligen Kurs bei 290 Watt und 40km/h ein. Ich konnte nur an wenigen Stellen meinen Vorsprung zu der Verfolgergruppe ausmachen. Beim ersten Mal nach 70 Kilometern hatte ich etwa sechs Minuten Vorsprung herausgefahren. Bei Kilometer 115 belief sich der Vorsprung auf etwa 13 Minuten. Ich fühlte mich sehr gut bis zu diesem Zeitpunkt, auch wenn ich zwei Gels verloren hatte fühlte ich mich zuversichtlich mit den zwei verbliebenen die komplette Radstrecke überstehen zu können. Ich versuchte, sie mir einfach besser einzuteilen. Ab 120 km merkte ich, dass der Plan möglicherweise nicht so ganz aufgehen würde. Meine Leistung sank von Kilometer zu Kilometer und negative Gedanken kamen hinzu, was nicht immer aber oft, ein Zeichen für eine schlechte Kohlenhydratversorgung ist. Ich versuchte, auch wenn ich wusste, dass ich langsamer werde, vernünftig zu denken: Wenn die anderen auf 40km ein paar Minuten verlieren, dann sollte ich jetzt wenigstens in der Lage sein, den Vorsprung zu halten und damit auf die Laufstrecke wechseln zu können. Ich konzentrierte mich auf Kühlung, Getränke und eine gute Radpositio. Ich hoffte, dass es reicht, wenn ich an der ersten Verpflegungsstation auf dem Laufsplit Gel und falls nötig auch Cola zu mir nehmen würde. Als ich auf die Laufstrecke wechselte hatte ich etwa zehn Minuten Vorsprung vor den Verfolgern, fühlte mich allerdings gar nicht mehr fit. Mir war schwindelig und ich konnte mich kaum noch auf meine Aufgaben konzentrieren. Der Wechsel in die Laufschuhe muss ziemlich bemitleidenswert ausgesehen haben. 😉
Mit dem Vorsprung im Nacken versuchte ich, es ganz locker angehen zu lassen. Ich hoffte auf schnelle Regeneration, wenn ich jetzt auftanken würde, nahm alles zu mir was ich konnte und versuchte nur die nächsten Minuten heil zu überstehen, um dann wieder ein höheres Lauftempo anschlagen zu können. Mein Körper hatte allerdings beschlossen, dass er einen Marathon in diesem Zustand nicht mitmachen wollte. Ich musste immer wieder ins Gehen wechseln bis irgendwann gar nichts mehr ging und ich nach einem kurzen Blackout auf dem Boden saß. Noch immer hatte ich nicht mit dem Wettkampf abgeschlossen, doch als dann die ersten fünf Athleten an mir vorbei liefen war ich auch im Kopf gebrochen. Einen Fußmarsch über etwa 40km konnte ich mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen, nicht wegen dem schlechten Ergebnis, sondern weil selbst das unmöglich erschien.
Ich musste einsehen, dass mein Radsolo bei diesen klimatischen Verhältnissen wohl doch etwas zuviel gewesen war. Ich war über meine Grenzen gegangen, zwar nur geringfügig, aber entscheidend. Das hält mich jedoch nicht davon ab,  mit meiner Leistung letzendlich zufrieden zu sein. Ich war mutig und es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich nach dieser Radleistung auch in der Lage bin, einen konstant schnellen Marathon zu laufen. In den Wochen vor dem Wettkampf hatte ich einige gute Trainingsergebnisse, die mich nicht an meiner Laufleistung zweifeln lassen.

Neben dem sportlichen Aspekt,  war es eine wahnsinnig tolle Erfahrung, den Wettkampf in Japan absolvieren zu dürfen. Die Menschen in Japan und speziell auf Miyakojima sind sehr gastfreundlich. Auf der Insel ist der Triathlon ein absolutes Highlight. Die eingeladenen ausländischen Athleten sind in Schulen, zum Bürgermeister und zu sämtlichen Festlichkeiten eingeladen worden. Diese Tatsache weiß ich mindestens genauso zu schätzen wie die beheizte Klobrille im Luxus-Rennhotel auf Miyakojima. 😉
Nächste Wettkämpfe: 2. Bundesliga Teamwettkampf für das EJOT Team Buschhütten und zwei Wochen später möglicherweise der Ironman 70.3 in St. Pölten (Österreich).
Bis bald!

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Livestream Strongman 2014

Hey Leute!
Mein letzter Beitrag vor dem Wettkampf am Sonntag. Die Dolmetscherin hat uns mitgeteilt, dass es einen Livestream geben wird. Ihr müsst nur den folgenden Link in euer Browserfenster eingeben und es sollte funktionieren:

http://www.ustream.tv/channel/%E5%AE%AE%E5%8F%A4%E5%B3%B6%E3%83%88%E3%83%A9%E3%82%A4-mtv1

Falls dieser Link nicht funktioniert, probiert den hier: http://www2.miyako-ma.jp/trymedia/

Der Start ist um 7:00 Uhr morgens, dh. wg. den 7h Zeitverschiebung wird der Start in Deutschland um Mitternacht zu verfolgen sein. Der ganze Wettkampf wird etwa acht Stunden dauern. Die Radstrecke und der Marathon sind hügelig, dh. zusammen mit der hohen Luftfeuchtigkeit und der vorhergesagten 25Grad wird es ein hartes Rennen werden.

Ich gebe mein Bestes und versuche mich schnell nach dem Rennen zurückzumelden, Simon

 

 

 

Japan!!

Hallo Leute,
noch eine kurze Rückmeldung bevor es gleich um 19:00 Uhr ab Frankfurt mit dem Flieger Richtung Japan geht. Mein WG-Mitbewohner hat mir freundlicherweise ein paar Tipps in Buchform mitgegeben, die ich hoffentlich auch umsetzen kann. Ich bin vorbereitet und denkt bitte am 20.4 an mich und drückt die Daumen! (Zeitumstellung mitbedenken! ;)Ein besonderer Dank noch einmal an Intersport Voswinkel, Fuji und Sailfish (neuer Neoprenanzugpartner) und das EJOT Team sowie alle die mich persönlich unterstützen!
Ja mata (bis bald),
Simon

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