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4.9.2010 : 4:11 : +0200

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Hachenburger Löwenlauf

Am Samstag fand der 21. Löwenlauf in Hachenburg statt. Neben dem 10km Lauf gingen die Teilnehmer über die Halbmarathon und Marathon Distanz an den Start.

Spitzengruppe 10km

Siegerin 10km - Verena Dreier

Sieger 10km - Tobias Dreier

Sieger Halbmarathon

Marathon - Roland Müller

Sieger Marathon - Martin Schönberger

10km Lauf - Tobias Dreier setzte seine Siegesserie fort

Hachenburg. Bei Bilderbuchwetter wurde der 21. Löwenlauf in Hachenburg durchgeführt. Wie in den letzten Jahren gingen wieder um die 1500 Läufer/innen an der Rundsporthalle der Dualen Oberschule über sieben verschiedene Distanzen an den Start. Ein deutlicher Anstieg der Teilnehmerzahl ist festzustellen seit das Laufereignis mit dem Hauptlauf über 10 Kilometer in die Ausdauer-Cup Laufserie und den Sparkassen Fitness-Cup integriert ist. Die Tausendermarke wurde erstmals im Jahr 2000 überschritten. Zwei Jahre später gingen die Teilnehmerzahlen auf 1500 hoch. Auf diesem hohen Niveau hat sie sich seither eingependelt. Nach Durchsicht der Starterliste über 10 km galt der Herdorfer Tobias Dreier (LG Sieg/DJK Herdorf) eindeutig als Favorit, allerdings wurden auch dem 17-jährigen Tim Meyer (RSV Daadetal) Außenseiterchancen eingeräumt. Immerhin hatte er sich in den letzten Wochen in die regionale Läuferspitze katapultiert und seine Steigerungsfähigkeit war schwer einzuschätzen. Wie üblich hielt sich der Herdorfer Student auf den ersten Kilometern etwas zurück. Nach der Hälfte der Distanz forcierte er dann das Tempo und versuchte sich von den beiden weiteren Läufern aus dem Spitzentrio, Tim und Peter Meyer zu lösen. Als erster fiel Peter Meyer (RSV Daadetal), der noch am vergangenen Wochenende den Belastungen der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii ausgesetzt war, etwas zurück. Tim, der zurzeit eine kaufmännische Ausbildung im Familienunternehmen durchführt, konnte noch weitere drei Kilometer auf Sichtweite mithalten. Dann setzte sich die stabilere Ausdauerfähigkeit des Älteren durch. Unbehelligt konnte Dreier die letzten beiden Kilometer zurücklegen. Als er nach 33:51 Min. am Löwenbrunnen ins Ziel einlief, freute er sich über eine persönliche Streckenbestzeit. Er war fast zwei Minuten schneller als im Vorjahr. Tim Meyer wurde Zweiter in 34:27 und bestätigte damit, dass seine guten Ergebnisse bei den Läufen in Wissen und Langenbach keine Zufallsprodukte gewesen waren. Aber auch Peter Meyer, der erstmals hinter Sohn Tim im Ziel ankam, zeigte mit dem dritten Platz in 34:35 seine schnelle Regenerationsfähigkeit. „Natürlich habe ich noch schwere Beine nach dem Ironman auf Hawaii und fühle mich etwas müde durch die Zeitumstellung.“ Auch Knut Seelbach  (SG Niederhausen-Birkenbeul) zeigte sich in der guten Form der letzten Wochen und wurde in 35:54 Vierter. Nicht zum ersten Mal in diesem Jahr gab es in Herdorf im Haus Dreier einen Doppelsieg zu feiern, denn auch Verena Dreier (LG Sieg/DJK Herdorf) war bei den Frauen nicht zu schlagen. Die mehrfache Deutsche Meisterin legte dabei einen perfekten Hattrick hin, nachdem sie bereits in den beiden Vorjahren siegreich war. Die Siegzeit von 38:13 ist sicher kein Gradmesser für ihre Form. Die Nächstplatzierten lagen immerhin über zweieinhalb Minuten zurück. „Ich bin nicht zu schnell angegangen, denn die Berge hier darf man nicht unterschätzen.“ Mit ihrer Leistung war sie sichtlich zufrieden, denn es war ihr erster Wettkampf nach einer mehrwöchigen Trainingspause. Ob sie in den Wintermonaten an den Crossläufen teilnehmen oder sich gezielt auf die Sommersaison ’08 vorbereiten wird, ist noch nicht klar. An zweiter Stelle war das Nachwuchstalent Tina Schneider (ASG Altenkirchen) erwartet worden. Doch es kam anders. Die 30 Jahre ältere Ulrike Bosch-Schwaak (TG Grund/41:44) konnte die 17-jährige Schülerin (41:45) in einem sehenswerten Endspurt schlagen. Im Jedermannlauf über 6 km siegte Michael Plaum (CVJM Siegen) in 24:08 Min. Heike Eckhardt (TV Dillenburg) benötigte für ihren Sieg bei den Frauen 29:46 Min.

Marathon - Martin Schönberger gewann überlegen den Löwenmarathon

Drei Grad zeigte das Thermometer als am Vormittag der Löwenmarathon wie alle anderen Wettkämpfe an der Rundsporthalle gestartet wurde.115 Athlet/innen bewältigten die Königsdistanz, die seit 1999 im Rahmen des Löwenlaufs durchgeführt wird  und kamen zwischen gut zweieinhalb und knapp sechs Stunden im Ziel an. Im vergangenen Jahr hatten 125 Marathonis gefinisht. „Ein wunderschöner Landschaftslauf“, so ein Altersklassenläufer. „Überhaupt nicht zu vergleichen mit einem Stadtmarathon.“ Vorwiegend bergauf ging’s auf den ersten 13 Kilometern bis zum Großen  Weißenstein. Auf den nächsten vier Kilometern konnten  sich die Akteure abwärts etwas von den anfänglichen Strapazen erholen. Am Golfplatz vorbei ging’s auf eine fast ebene 10 Kilometer-Schleife um die Westerwälder Seenplatte. Die Strecke verlief am Ufer des Dreifelder Weihers entlang, dann folgten Brinken-, Post-, Haiden- und Hofmannsweiher. Anschließend hieß es wieder einige Kilometer „klettern“. Die letzten acht Kilometer verliefen dann fast ausschließlich moderat bergab bis zum Ziel am Löwenbrunnen auf dem historischen „Alten Markt“. „Ich hatte mir in den letzten Jahren schon häufiger vorgenommen hier zu starten“, so der 29-jährige Martin Schönberger (TTC Grenzau) . „Doch irgendwie hat es terminlich nie geklappt.“ Doch er wollte nicht nur teilnehmen, sondern auch gewinnen, denn er schlug sofort ein so hohes Tempo an, dass ihm niemand folgen konnte. „Ich hatte mich auf die Strecke gefreut und wurde nicht enttäuscht. Bei diesem grandiosen Wetter habe ich den Lauf richtig genossen“, so der Sportlehrer im Fitnessbereich, der beim Berlin Marathon seine persönliche Bestzeit von 2:26:47 Std. aufgestellt hatte. „Außerdem spricht es mich sehr an, dass der Erlös des Laufes einem guten Zweck zugeführt wird.“ Schönberger, der immerhin ein 10 km-Bestzeit von 31:50 Min. aufzuweisen hat, war erst kürzlich Rheinlandmeister im Halbmarathon vor Knut Seelbach geworden. Nach 2:37:18 Std. kam er nach einem Alleinlauf über 42,2 Kilometer als Sieger im Ziel an. Im vergangenen Jahr hatte Ingo Neumann für seinen Sieg noch 2:50:13 Stunden gebraucht. Den Streckenrekord hält Triathlet Benjamin Rossmann, den er 2004 mit 2:36:43 Std. aufgestellt hatte. Ebenso deutlich wie der Sieg des Grenzauers fiel der zweite Rang von Sebastian Leins (Kölner Triathlon-Team  01) aus, der nach einer kräftezehrenden Saison jetzt seine Saisonpause einlegen wird.  Der 25-jährige Altenkirchener war nach seinen zahlreichen Starts in den letzten Monaten die Sache locker angegangen und kam nach 2:48:24 Std. im Ziel an. Bei seinem dritten Start in Hachenburg sprang für den 29-jährigen Soldaten Ruben Schmitz aus Mülheim Kärlich die Bronzemedaille heraus. Mit 2:54:45 war er elf Minuten langsamer als bei seinem schnellsten Marathonlauf. Lange ausruhen will er sich nicht, denn ab jetzt gilt es sich auf den Lanzarote-Ironman, der im Mai nächsten Jahres stattfindet, vorzubereiten. Schnellste Frau war die 26-jährige Petra Friedrich vom Team Sperling, die 3:28:11 benötigte. Zweite wurde die Vorjahressiegerin Sabine Neumann (DJK Tri Andernach), die mit 3:29:30 eine Sekunde (!) schneller als im letzten Jahr war.

Halbmarathon - Großes Starterfeld bei schönem Wetter

Ein riesiges Teilnehmerfeld von 374 Läufer/innen ging über die Halbmarathondistanz an den Start. Nicht unter den Startern war Axel Gürntke (TuS Wallmerod), der den Halbmarathon von 2003 bis 2006 dominiert hatte. Auf der ersten Hälfte waren knapp 180 Höhenmeter bis zum Aussichtsturm Gräbersberg in 513 m Höhe zu bewältigen. Auf demselben Weg ging’s dann wieder zurück, meistens abwärts, zum Ziel. Anfangs gab eine fünfköpfige Führungsgruppe den Ton an. Als zwei Athleten abreißen lassen mussten, übernahm Frank Potratz bis Kilometer 12 die Führung. Dann legte der Siegener Sascha Fiedler (Wittgensteiner Zocker) an Tempo zu und konnte sich lösen. Jubelnd lief er nach 1:19:14 Std. in den Zielkanal ein. „Das hätte ich nicht geglaubt, ein Sieg auf dieser Strecke. Einfach super“, so Fiedler. „Ich war jetzt ein halbes Jahr verletzt und dann auf Anhieb ein Sieg.“ Die Diagnose „Verschleiß im Kniegelenk“ hatte Fiedler die Zwangspause auferlegt. Eine knappe halbe Minute später war Frank Potratz nach 1:19:42 als Zweiter im Ziel. Ganz entspannt ging der Daadener Hendrik Lenz (3-force) die Sache an. Er hatte schon den Weg nach Hachenburg auf dem Rad als Training genutzt und das Rennen ebenfalls als Trainingslauf in sein Vorbereitungsprogramm auf die Weltmeisterschaften über die Triathlon Mitteldistanz in Clearwater/Florida im nächsten Monat aufgenommen. Ohne sich voll verausgabt zu haben wurde der 27-jährige Dritter in 1:20:36. Daniela Becker (TuS Eintracht Wiesbaden) siegte überlegen bei den Frauen in 1:35:28. Bianca Schneider vom CVJM Siegen wurde Zweite in 1:37:01 vor der Hachenburgerin Petra Pritzer, die 1:39:06 benötigte.

Wechsel an der Organisationsspitze

Zwei Jahrzehnte stand der Hachenburger Pädagoge Hans-Jörg Sievers, der selbst begeisterter Läufer ist und in früheren Jahren mehrmals im Triathlon über die Ironman-Distanz finishte, an der Organisationsspitze. In diesem Jahr trat er ins zweite Glied zurück und gab die Leitung der Organisation an den 36-jährigen Michael Henneberg weiter. Auf die Erfahrung von Hans-Jörg Sievers braucht die veranstaltende DJK Marienstatt aber auch zukünftig nicht zu verzichten, denn Sievers wird sich auch weiterhin bei der Mammutveranstaltung, bei der am Renntag immerhin über 120 Helfer im Einsatz sind, engagieren. Michael Henneberger, Geschäftsführer eines Fitness-Centers will an Bewährtem und einem eingespielten Team festhalten. „Es hat nur geringfügige Änderungen gegeben“, so Henneberg. „In diesem Jahr war erstmals eine Online-Anmeldung möglich.“ Bei der Zeiterfassung gab’s bekanntermaßen in den letzten Jahren Probleme. „Wir haben uns daher wieder wie in früheren Jahren auf Martin Stinner verlassen.“ Der Salchendorfer  Zeiterfasser und  Zeitauswerter und früherer Top-Läufer soll diese Aufgabe auch in der Zukunft übernehmen.

Läufer unterstützen Dorfambulanz und Kinderheime in Indien

Seit 17 Jahren werden durch die Löwenlauf-Veranstaltung eine Dorfambulanz und zwei Kinderheime in Indien projektgebunden unterstützt. In der Ambulanz werden mehr als 2000 Patienten pro Monat kostenfrei behandelt. Etwa 400 Kinder aus ärmsten Familien werden in den beiden Kinderheimen unterstützt. Bisher flossen durch den Löwenlauf über 90000 € in das südliche Indien. (ie)

20.10.2007 14:08 Alter: 3 Jahre